Toxische Beziehung: 5 Gründe, warum er deine Freunde nicht ausstehen kann

Ist dir schonmal aufgefallen, dass dein toxischer Partner sehr seltsam auf deine Freunde reagiert? Entweder kann er sie gleich alle nicht leiden. Oder er reagiert launisch und macht Druck, wenn Ihr eine Einladung aus deinem Kreis bekommt, so dass dir die Lust hinzugehen auch gleich mit vergeht.

Oder es ist schon lange klar, dass du ihn gar nicht erst fragen brauchst. Denn er geht sowieso nicht mit. Er geht nur zu seinen Leuten, sofern er überhaupt Freunde hat. Oder ab und zu geht ihr zusammen irgendwohin und er benimmt sich so daneben – gerne auf deine Kosten – dass du dir das zukünftig gut überlegst, ob du das nochmal machst.
Dieses Verhalten ist eines der Hauptmerkmale einer toxischen Beziehung und wird sich bis zur Trennung der toxischen Beziehung fortsetzen.

Oft auch ist bei dir ein Stinkstiefel, zieht aber in Gesellschaft die Super-Partner-Show ab, und nach der Party erfährst du von ihm, dass du so ziemlich alles falsch gemacht hast, was man falsch machen kann. Dabei hattest du dich nur normal und unbefangen verhalten. Oder aber du kannst dir jedes Mal, wenn er deine Familie oder Freunde gesehen hat, eine Litanei an Kritik an ihnen anhören, wie er deine Lieblingsmenschen zu Horrorfiguren macht, die die Luft zum Atmen nicht wert sind.

Gleich welche Variante du davon kennst: Es läuft darauf hinaus, dass du alleine mit ihm zu Hause bleibst und ihn alleine gehen lässt, wenn er ausgehen will, nur damit diese Verletzungen nicht entstehen und der elende Stress aufhört.

Am Ende steht, dass du im Laufe der Zeit deine Freundschaften vernachlässigst und sogar verlierst, er hingegen seine Kontakte in gewohnter Manier weiter aufrecht erhält. Hinzu kommen der Dauerstress in der Beziehung und der Druck, der entsteht, wenn du jemanden besuchst, sowie die permanente Beanspruchung, die die Beziehung an dich stellt. Dir bleiben kaum Lust, Kapazitäten und Nerven, dich über diese Widerstände hinwegzusetzen und deine Freundschaften und Familienbindungen weiter fortzuführen, so wie du es gewohnt bist. Eine sehr schmerzhafte Lücke entsteht.

Zunehmend hältst du jetzt Freunde, Familie und ihn auseinander.

Warum verzehrt diese Beziehung so viel, und jetzt auch noch deine Freundschaften und dein Supportsystem?

Was tut er da – bewusst oder unbewusst? Warum ist das ein ständiger Konflikt, der sich offenbar nur lösen lässt, indem du dich anpasst und zunehmend aufgibst? Es geht oft auch so weit, dass sie unsere Kinder kritisieren und man mit der Zeit merkt, dass es besser ist, wenn er möglichst wenig mit ihnen zusammentrifft.

Ich fasse toxische Männer und Frauen in dem Wort Partner zusammen, so wie das ursprünglich mal gedacht war. Es geht hier also nicht ausschließlich um toxische, männliche Partner, sondern genauso um Frauen, die sich in Beziehungen so verhalten.
Um seine Gründe für dieses Verhalten darzustellen, schauen wir uns einmal an, was ein Mensch mit narzisstischer Persönlichkeitsstruktur so braucht.

Was ein Mensch mit narzisstischer Persönlichkeit braucht

Wie wir nach einiger Zeit an der Seite dieses Menschen ja feststellen können, kommen wir in der Beziehung als eigenständiger Mensch mit unseren individuellen Merkmalen, mit unseren Wünschen und Bedürfnissen, unseren Grenzen und Verletzlichkeiten nicht vor. Das heißt, dass unsere Belange vom Anderen bestenfalls nicht beachtet werden, schlechteren falls als lästige Störungen betrachtet oder gleich ganz abgestraft werden und somit in der Beziehung keinen Platz haben.

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Kann er sich ändern?

Der Kernkonflikt dieser Beziehung
und was du damit zu tun hast.

Es ist seine Beziehung und nicht deine. Seine Regeln, seine Vorstellungen, seine Befindlichkeiten und seine Vorgaben.

Für die Erfüllung seiner Bedürftigkeiten und Anforderungen braucht er dich. Brauchen leider im Sinne von benutzen. Ein toxischer Partner braucht dich, um sich selbst stabil zu halten. Er braucht jemanden, auf den er seinen unverarbeiteten Schmerz übertragen kann und jemanden, der sich bis über jede Schmerzgrenze seinen wechselnden Vorgaben anpasst. Er braucht jemanden der ihn nicht verlässt und jemanden, bei dem er sich benehmen kann, wie die Axt im Walde, ohne dass er Konsequenzen zu befürchten hat.

Ein Mensch mit narzisstischen Grundlagen braucht andere Menschen, die seine Last für ihn tragen.

Welche Mechanismen in uns diese Beziehung aufrechterhalten

Das alles kann er nur von jemandem bekommen, dessen Überlebenssystem darauf trainiert ist, einen Menschen, wie ihn, vor sich selbst zu schützen, ihn zu entlasten und seine Verfehlungen auf sich zu nehmen.

Das, was uns in frühen Jahren sicher gehalten hat, läuft verlässlich weiter, bis in unser Erwachsenenalter und bestimmt unsere Beziehungen. Es sind Automatismen, die uns im Kindesalter vor dem Schlimmsten bewahrt haben. Sie setzen sich, werden sie nicht durch Bewusstwerdung angehalten, zunächst ungebremst fort.

Es sind unsere eigenen Copingstrategien, die sich fortsetzen. Weil unser Überlebenssystem diese als „sicher“ verbucht hat, erzeugen wir, ohne es zu merken, Situationen, in denen diese Copingstrategien wieder ihre Anwendung finden. Ihre quälendsten Ausdruckformen sind dann toxische Beziehungen.

Es sind genau diese Mechanismen, die ein toxischer Partner braucht: Unsere Fähigkeit, sich unsichtbar zu machen, Anpassung bis zur Selbstaufgabe und die Fähigkeit, die Schuld der Verfehlungen anderer auf uns zu nehmen.

Die Aktivierung dieser Mechanismen ist nur möglich, wenn wir in den Überlebensmodus kommen. Sind wir sehr bei uns selbst und in unserer Power, kann man das nicht mit uns machen. Vor allem dann nicht mehr, wenn diese Mechanismen nicht mehr da sind. Das kann man vollständig in Ordnung bringen.

Aber, wenn wir emotionalisiert werden – verliebt, erleichtert, euphorisiert, genauso wie beschuldigt, beschämt, verletzt, verlassen, geschockt, gestresst und schmerzerfüllt – also die gesamte Gefühlsachterbahn, dann sind wir dauerhaft im Überlebensmodus und funktionieren dann wie kleine Kinder, die fürchten, dass sie nicht mehr geliebt oder sogar verlassen werden.

Ab hier kann ein toxischer Partner alles in uns abrufen, was er braucht.
Deshalb will der Partner uns genau in diesem Zustand haben, denn jetzt kann er mit uns machen, was er will, und wir müssen mitmachen, ob wir wollen oder nicht. Dafür sorgt unser eigenes Überlebenssystem, weil es diese Unterordnung nach den alten Maßstäben immer noch für sicher hält.

Das als Voraussetzung zur Erläuterung unserer Punkte.

Deshalb kann er deine Freunde nicht ausstehen

Grund Nummer 1

Was passiert, wenn wir uns mit der besten Freundin treffen, ein Problem durchdiskutieren, Quatsch machen, alte Geschichten erzählen und ein bisschen abhängen?

Wir erholen uns.

Was passiert, wenn wir uns bei den Eltern bekochen und verwöhnen lassen, oder sie zum Essen eingeladen haben? Nicht immer, aber oft: Wir erholen uns.

Wir erleben Nähe und Vertrautheit, entspannen mit den Homies und brauchen uns nicht anzustrengen, denn sie haben uns lieb, so oder so. Das stellt eine regenerative Ressource dar. Wir brauchen das unter anderem – der eine etwas mehr, als der andere – um Kraft zu schöpfen und unserem menschlich natürlichen Bedürfnis nach Verbundenheit gerecht zu werden.

Das reduziert Stress, stellt den Kontakt zu uns selbst wieder her und gibt uns den Rückhalt, dass wir geliebt werden. Das stellt einen enorm wichtigen Gegenpol zu der immer rauher werdenden Welt dar. Es hat einen Effekt auf unsere Stimmung, unsere Verfassung, unser Immun- und Nervensystem, unsere Beziehungsfähigkeit, unsere Selbstachtung, das Selbstvertrauen und unsere Liebesfähigkeit. Wir kommen aus dem Überlebensmodus zurück in den Normalzustand.

Diese Kontakte halten uns stabil. Das geht auch ohne, aber wenn wir dieses Bezugssystem haben, dann ist das ein tragender Balken.

Genau das sabotiert ein toxischer Partner, wenn er uns daran hindert, diese Bindungen so zu pflegen, wie wir das gewohnt sind und brauchen. Er hat nämlich so gar kein Interesse daran, dass wir auftanken und in uns selbst ruhen. Denn in dem Zustand kann er uns nicht brauchen oder unsere Vitalitätsquelle anzapfen. Er reagiert gestresst und gereizt, wenn wir nicht instrumentalisierbar für ihn sind. Den Stress wird er ungefiltert an uns weitergeben, indem er unsere Freunde und Familie kritisiert, geringschätzt, herabwürdigt, disqualifiziert und uns obendrein dafür abstraft, dass wir sie lieben.

Jetzt wird aus dieser sicheren Bank der Regeneration eine weitere Quelle des Stresses. Was uns eigentlich stabil hält, wird uns in der toxischen Beziehung nun zum Verhängnis. Unmerklich verknüpft sich diese wichtige Quelle in unserem Inneren mit etwas, das uns gefährlich wird. Passe ich mich ihm nicht an und fahre diese Kontakte nicht herunter, drohe ich, ihn zu verlieren.

Das ist wirklich perfide.

Aber, was hat er davon? Wenn wir uns nicht mehr erholen und unsere Quellen zur Regeneration stattdessen zu einem weiteren Spannungsfeld in der Beziehung werden, bringt uns das, zusammen mit ein paar anderen Manipulationsmechanismen, geradewegs in den Überlebensmodus – also genau in die Verfassung, in der er uns so dringend braucht.

Der erste Grund also für seine Sabotage unserer Freundschaften und Bindungen ist, dass er uns durch die Trennung von wichtigen regenerativen Ressourcen im Überlebensmodus festhält, jener Verfassung, in der er sich bei uns ungestraft alles herausnehmen kann.

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Grund Nummer 2

Der toxische Partner braucht dich für sich allein. Es ist seine Beziehung. Deine Bedürfnisse spielen keine Rolle, er kann sie nicht einmal wahrnehmen. Er hat keinen Zugang dazu. Er nimmt sich selbst nicht richtig wahr und kann infolgedessen einen anderen Menschen nicht wahrnehmen. Vielmehr sieht ein toxischer Partner im Anderen seine eigenen Projektionen. Das merkt man, wenn er uns Dinge vorwirft, die er gerade selber tut. So geht Projektion: Man sieht die eigenen unliebsamen Inhalte im Anderen; eine sehr schmerzhafte Erfahrung, wenn man selber versucht, die beste Partnerin zu sein und sieht sich haltlosen Anklagen ausgesetzt, mit denen man nichts zu tun hat. Und schlimmer noch: Es handelt sich stets um Dinge, die man durch den Anderen selber erleidet und aushalten muss. Man müsste es dem Anderen vorwerfen, aber was dann passiert, kennt jeder, der eine toxische Beziehung erfahren hat.

In dem Fall kennt man auch den Schmerz, oftmals auch Schock und die grenzenlose Traurigkeit, wenn man in endlosen zermürbenden Diskussionen einfachste Dinge wieder und wieder erklären muss, die nicht verstanden werden, vor allem dann, wenn der toxische Partner verletzend war.

An allen Ecken und Enden kann man das wiederfinden, dass seine Wahrnehmung massiv eingeschränkt ist, und dass es nur um ihn geht und nicht um uns.

Deswegen erhebt er auch alle Hoheitsrechte auf uns. Wir sind zu seiner Erbauung da, zu seiner Stabilisierung, zum Ausbaden seiner Launen und Befindlichkeiten. Für sonst nichts.

Genauso autokratisch, wie er die Beziehung regiert, bestimmt er auch darüber ob und wieviel er von dir haben will. Das ist meistens alles, selbst dann, wenn die Beziehung nicht mal fest und verbindlich ist. Das erkennst du daran, dass die Beziehung dich vollständig konsumiert und du kaum noch Kapazitäten für anderes hast, egal, wie viel oder wenig ihr euch seht. Er bekommt alles für null oder kaum Gegenleistung.
Dafür muss er dich isolieren, so, dass du keine Rückmeldung aus deinem Umfeld bekommst, von besorgten Freunden, die sehen, wie schlecht es dir geht.

Isolierung ist eine Emission dieser Beziehung, die dem toxischen Partner außerordentlich dienlich ist. Der Partner wird zum Zentralgestirn in unserem Leben. Madame oder Monsieur regiert und auch das hält uns im Überlebensmodus fest. Wir verlieren zunehmend Kurskorrekturen durch Umfeld und durch unser eigenes Wertesystem. Über die Isolierung in toxischen Beziehungen kann man noch vieles mehr sagen, aber das mal in einem gesonderten Beitrag.

Das ignorante und abfällige Benehmen und seine Ablehnung deinen Freunden gegenüber dienen also deiner Isolierung und ihm insofern, als dass er dich ganz für sich hat. In seiner Vorstellung bekommt niemand mit, was er dir antut. Er kann alles allein bestimmen, ohne sich verantworten zu müssen, oder mit natürlichen Konsequenzen konfrontiert zu werden.

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Grund Nummer 3

Der dritte Grund für seine seltsame Haltung zu deinem Bezugssystem dürfte sein bestgehütetes Geheimnis sein: Es ist Eifersucht. So emotional überlegen er tut und scheinbar auch ist, das ist der toxische Partner ganz sicher nicht. Ihm ist es zutiefst zuwider, sich auszuliefern und verletzbar zu machen. Deswegen ist Beziehung an sich schon problematisch für ihn.

Jemand, der genau das so nachhaltig verdeckt, tut das, weil er es ist: Verletzbar, unsicher und ausgeliefert. Sie fühlen sich schnell zurückgesetzt und ihre Untreue zu sich selbst macht sie eifersüchtig. Manche toxischen Partner sind offenkundig und ausgesprochen eifersüchtig. Sie lassen ihre Partner unter einem Eifersuchtswahn leiden und wähnen Ablenkung von ihrer eigenen Person hinter jedem Baum.

Bei den meisten ist das nicht ganz so extrem, so dass sie das leicht verstecken oder auf uns übertragen können. Denn wer war nie nennenswert eifersüchtig und ist es dann aber plötzlich in einer toxischen Beziehung?

Genau: Wir.

Wenn wir das vorher nie waren, aber dann aus dem Nichts in einer toxischen Beziehung, dann wird das übertragen und zwar vom toxischen Partner auf uns. Er lässt uns fühlen, was er selbst nicht fühlen kann und will. Wir können seine Eifersucht daran erkennen, dass wir sie haben. Vor allem, wenn wir eigentlich keine eifersüchtigen Typen sind.

Wenn er uns also das Zusammensein mit unseren Homies zur Hölle macht und wir uns von ihnen mehr und mehr zurückziehen, kann er sich entspannen und weg ist die Eifersucht, jedenfalls für den Moment.

 

Grund Nummer 4

Das ist ein ganz wichtiger Punkt: Toxische Menschen haben vor nichts mehr Angst, als entdeckt und erkannt zu werden. Auch deshalb halten sie uns im Überlebensmodus fest. Denn in dieser Verfassung funktionieren unsere Wahrnehmung, unsere Urteils- und Entscheidungskraft sehr eingeschränkt. Der permanente Stress bringt die Gehirn Integration durcheinander und die Hirnhälften arbeiten nicht mehr synchron. Das kann man im ganzen Körper fühlen.

Das Durcheinander der Hirnhälften kann man erkennen, wenn man wieder mal komplett unter Strom steht, und die Gedanken fliegen. Man kommt nicht mehr an die Ratio dran, die Emotionen lassen sich nicht mehr differenzieren und bleiben in einem Mischmasch aus Angst, Schrecken, Stress, Schuld, Scham- und Unzulänglichkeitsgefühlen hängen. Man kann nicht mehr klar denken, fühlt sich hundeelend und ist kaum handlungsfähig.

Wenn man sich an solche Situationen erinnert, dann kann man sehen, wie eingeschränkt man nur noch funktioniert. Das ist aber auch so, wenn es nicht ganz so schlimm kommt. In einer toxischen Beziehung sind wir permanent unsicher und mindestens latent emotionalisiert und damit im Überlebensmodus. Weil unser Wahrnehmungsradius unter diesen Bedingungen erheblich eingeschränkt ist, können wir einen toxischen Partner lange Zeit nicht als solchen erkennen.

Wir bekommen einfach kein Gesamtbild von diesem Menschen zusammen. Es bleibt alles in Fragmenten mit vielen Fragezeichen hängen. Hier werden die alten Copingstrategien sichtbar. Wir entschuldigen den Narzissten für schlechtes Benehmen, versuchen das alles „nicht so eng“ zu sehen, was eine Anpassung bedeutet, und nehmen zu guter Letzt seine Verfehlungen auf uns: Ich bin ja auch nicht einfach, außerdem habe ich ihn mit meiner Fragerei so in die Enge getrieben, dass er nicht anders konnte, als böse zu werden. Bin ich der Narzisst?

Dass seine Gemeinheiten mit nichts zu rechtfertigen sind; dass unsere „Kompliziertheit“ in keiner Relation mit seinen Vorwürfen, Strafen und Attacken stehen, dass er uns mit dem Rücken an die Wand gestellt hat, vielleicht sogar mit unterschwelligem Sadismus, entgeht dann unserer Aufmerksamkeit. Stets kommt er gut oder irgendwie noch OK dabei weg. Wenn unser Wahrnehmen, Denken, Spüren und Urteilen massiv eingeschränkt ist, kann sich ein toxischer Partner in den toten Winkeln unserer fehlenden Kapazitäten und den dann einsetzenden kindlichen Copingstrategien frei bewegen. Er kann dort schweinigeln, ohne in Gänze erkannt zu werden. Und wenn der Stuhl mal heiß wird, weil wir ihn mit irgendwas konfrontieren, lügt er sich raus, oder gibt den Druck wieder in potenzierter Form an uns zurück. Ergebnis ist meistens: Wir glauben ihm mehr als uns selbst, schweigen und hoffen, dass er uns unseren Ausflug in die Selbstbehauptung wieder verzeiht.

Das Problem sind jetzt hier wieder die Freunde, die Schwester oder Mutter, der Vater, der beste Freunde. Die sind nämlich nicht im Überlebensmodus, sondern hellwach. Früher oder später ahnen sie und dann wissen sie, dass mit unserem Partner etwas nicht stimmt. Sie sehen, wie es uns geht, wie schlecht wir aussehen. Sie sehen, wie wir uns vor ernsten Gesprächen davonschleichen, wie wir unsere verheulten Augen mit Heuschnupfen weg labern, wie wir den Partner um jeden Preis verteidigen und jeden Einwand gegen ihn oder jede kritische Frage im Keim zu ersticken versuchen. Sie sehen, wie wir Ausreden für unseren Zustand und für sein schlechtes Benehmen finden.

Kurz: Menschen, die uns nahe stehen merken alles. Das ist das Letzte, was ein toxischer Partner brauchen kann: Dass diese Menschen uns die Augen öffnen. Oder aber, dass er ihnen begegnet und er die volle Wahrheit in ihren Gesichtern liest. So unempathisch diese Menschen sind, so raubtierhaft intuitiv kriegen sie das aber mit!

Am meisten hasst und bekämpft dieser Partner dann den Menschen aus unserem Umfeld, der am wachsten ist.

Als ich vor vielen Jahren in einer solchen Verbindung war, pickte der Mann intuitiv diese eine besonders wache Freundin von mir raus. Er hatte sie zufällig ein, zwei Mal am Telefon gehabt, mehr kannte er nicht von ihr. Er konnte sie gleich von Anfang an nicht ertragen und strafte mich mit drohendem Schweigen ab, wenn er wusste, dass wir Kontakt gehabt hatten. Er hatte sie sofort auf dem Radar und brandmarkte sie als vollkommen inakzeptabel, selbstverständlich ohne jede Begründung. Sie war so inakzeptabel, dass er nicht mal ihren Namen in den Mund nahm. Mit spitzen Fingern nannte er sie deine Freundin aus Süddeutschland. Sein Problem mit ihr: Sie war damals die intelligenteste und mutigste meiner Freundinnen. Sie hat ihn sehr früh als das erkannt, was er war. Damals gab es diese ganzen Begriffe noch nicht dafür, aber ihre Einschätzungen seiner Person glichen den heutigen Definitionen von toxischen Partnern.

Sie sorgte sich um mich, hatte düstere Träume von ihm und mir und war mit ihrer Hilflosigkeit, mich den Bach runtergehen zu sehen, wirklich verzweifelt.
Mit dem stimmt was nicht und ich habe Angst um dich, sagte sie oft.

Was mein damaliger Partner besonders unangenehm gefunden haben muss: Sie war furchtlos. Sie wäre bei Nacht hunderte Kilometer gefahren, um mich bei ihm rauszuholen, wenn ich sie gelassen hätte. Mehr als einmal war sie auf dem Sprung. Sie hatte mich die ganze Zeit auf dem Radar und gewiss ein Auge auf ihm.

Sie wusste, dass mich diese Beziehung umbringen würde, wenn ich den Absprung nicht schaffen würde. Damit hätte sie Recht behalten.

Wären diese beiden Menschen, die mir damals die wichtigsten waren, einander begegnet, dann hätte er nichts zu lachen gehabt. Das muss er ganz früh intuitiv gespürt haben.

Es gibt nicht selten diesen einen Menschen, der früh schon Alarm schlägt, weil er feine Antennen dafür hat, wie es uns wirklich geht. Und weil dieser Mensch uns liebt. Dieser Mensch weiß genau, woher der Wind weht. Deshalb trennt ein toxischer Partner uns am gezieltesten und nachhaltigsten von diesen Menschen. Oder er versucht das beharrlich.

Da hilft nur eins: Heimlich telefonieren und heimlich treffen. Das habe ich auch gemacht. Meine Freundin ließ mich los, wenn sie merkte, dass unser Kontakt mir mehr Stress, als Nutzen brachte und sie war für mich da, wenn ich wieder zurückkam und die Luft rein war, weil er nicht um mich herum war. Das war sehr schwer für sie gewesen und eine gigantische freundschaftliche Leistung. Denn damals wusste sie nicht, ob ich den Absprung schaffe, oder ob er mich schafft.

Hab ich aber. Ich bin am Ende gut und sogar leicht da rausgekommen, nachdem ich verstanden hatte, wie das geht. Ich habe nicht mal mehr eine Träne mehr vergossen.

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Narzissten trennen uns von unserem Umfeld, weil sie dort erkannt werden würden. Sie schleichen sich fort wie ein Dieb in der Nacht, mit einem Gemisch voller unterschwelliger Scham, Hochmut und Angst vor der Entdeckung als das, was sie sind.

Das ist ihr zweit-bestgehütetes Geheimnis.

 

 

Grund Nummer 5

Auch das ist ihnen ein Gräuel: Ein intaktes Supportsystem um uns herum. Wie schon in Punkt eins erwähnt, brauchen wir unsere Freunde und Familie, um Kraft zu tanken und uns geliebt und zugehörig zu fühlen. Dazu gehört natürlich auch, dass wir Hilfe und oft sehr tatkräftige Unterstützung bekommen, wenn es brennt.

Das sind die Menschen, die für uns da sind, die nachts die Tür aufmachen, zu allen möglichen Zeiten mit uns telefonieren und viel einsetzen, um uns zu helfen.

Was einem Narzissten absolut zuwider ist, ist der Gedanke, dass wir nicht nur bei einer Trennung Unterstützung fänden, sondern dass wir auch noch von diesem Supportsystem langfristig aufgefangen würden. Der Narzisst weiß, dass die Existenz unserer Netzwerke und ihrer Hilfe, eine Trennung für uns etwas leichter machen würde. Damit rückt der Schritt, uns zu trennen näher, als wenn wir diese Unterstützung nicht hätten. Was ihm auch unerträglich ist, ist das Wissen darum, dass er selbst so etwas nicht hätte. Denn entweder existiert so ein Netzwerk nicht um ihn herum oder wenn doch, dann würde er diese Hilfe gar nicht annehmen können. Er ist ja immer der Große und Überlegene, da braucht man sowas nicht. Insgeheim ahnt er jedoch, dass auch ihm eine Zuwendung dieser Art guttäte. Aber da steht sich ein toxischer Partner selbst im Weg: In seiner unendlichen Herrlichkeit und seinen Dominanzansprüchen gibt er vor, nichts zu brauchen. Seine Unfähigkeit, sich verletzbar zu machen und empfangen zu können, tut ihr Übriges. Zu guter Letzt hasst er dann seine Gefährtin dafür, dass sie das alles hat und in den Genuss freundschaftlicher Zuwendung kommt und er nicht.

Er hasst ihr Supportsystem, weil es eine Trennung für sie leichter macht und er es selbst nicht hat.

Im Online Seminar erfährst du, wie du dauerhaft aus dem Überlebenssystem herausfindest und wie sich die Muster, also die Copingstrategien löschen. Damit enden die Wiederholungen und die Situationen, in denen das immer wieder passiert.

Dann ist der Weg frei für eine glückliche und entwicklungsfähige Beziehung!

Grund Nummer 5 für seine Ablehnung deiner Freunde, ist dass er dein Supportsystem fürchtet, weil dich das stark macht und dich zu dir selbst zurückbringt. Er muss sicherstellen, dass du dich nicht so leicht von ihm trennen kannst, denn du bist sein Supportsystem. Leider auf sehr unlautere und ungesunde Weise.

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Seit 28 Jahren berate ich Menschen in allen Beziehungsfragen. Ich helfe in großen und kleinen Lebenskrisen und habe manchen durch die dunkle Nacht der Seele begleitet.
Einen Themenschwerpunkt in meinen Beratungen stellen die toxischen Beziehungen dar: mit einer von mir entwickelten Vorgehensweise habe ich vielen Menschen helfen können, in ihre eigene Kraft zurückzufinden und eine toxische Beziehung verlassen zu können.

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